Gedanken der letzten Tage




Diese Stadt so klein und so ruhig wie sie ist, sie wird mir fehlen. Es tut mir gut hier zu sein vor allem nach einem langen Wochenende in London, tut diese Stadt mir einfach gut. Kein Stress, keine Hektik und die frische Meeresluft, als hätte man andauernd ein gekipptes Fenster, das dezent lüftet ohne zu stören. Geschweige von den Menschen, die hier leben und speziell die Menschen, die in der Internship UK und Traveltura arbeiten. Diese Menschen geben diesem Ort noch dazu die Würze und machen es zu etwas besonderem.

Diese Stadt, unabhängig von ihren Sehenswürdigkeiten, strahlt sie so eine Ruhe, Geborgenheit und Sicherheit aus. Nicht zu vergleichen mit den verschlafenen Städten in Deutschland der gleichen Größe. Hier wohnen junge Familien mit kleinen Kindern und sehr vielen junge Menschen, die man nur in der frühe sieht, wie sie zur Arbeit oder zu Schule eilen und natürlich auch ältere Menschen aber nicht ausschließlich, wie es meistens in Deutschland der Fall wäre. Alleine dass, wenn ich meistens alleine auf der Straße bin, ohne Angst zu haben, wenn ich nach Hause auch spät in der Nacht laufe. Am Anfang konnte ich nicht glauben, dass keiner mich irgend wie belästigen wird. Eine Frau alleine nach Mitternacht unterwegs, das interessiert hier überhaupt niemanden. Die Menschen fingen an sogar nach ein paar Tagen mich auf der Straße zu grüßen, als hätte ich immer dazu gehört. Wenn ich daran denke, das ich am Tage meiner Ankunft abends, mich zu ängstlich und verloren gefühlt habe, da lache ich heute darüber, dabei war es an diesem gemeinten Sonntag der Ankunft nicht mal acht Uhr abends. Wenn ich gewusst hätte, das es in dieser Stadt so sicher ist, da hätte ich mich überhaupt nicht gefürchtet oder aufgeregt, dass der Bus mich einfach mitten in einer leeren Straße abgesetzt hat.


New Romney war einmal eine Hafenstadt, der Hafen war neben der Kirche, jetzt ist der Hafen nun mehr als eine Meile von hier entfernt. Das wäre dann das Hauptquartier der Romney, Hythe und Dymchurch Railway. New Romney hat zur Zeit 6.953 Einwohner. Es gibt auch in der Nähe ein Old Romney, da es aber weit weg von der Küste war, gründete man die Hafen Stadt New Romney. Ein großer Sturm 1287 hätte beinahe die Stadt zerstört. Der Hafen und die Stadt wurden mit Sand, Schlick und Schlamm bedeckt. So weit geht die Geschichte dieser Stadt zurück.

Allerdings war es immer schwierig mit den vielen Kanälen und den Sandbänken zu navigieren und um die Navigation zu erleichtern wurden zwei große Felsen am Eingang des Hauptkanals platziert. Die Namen der beiden Ortschaften in der Region, Greatstone und Littlestone erinnern noch daran.


New Romney heute ist ein Geheimtipp für Erholung, wenn man den
Romney, Hythe and Dymchurch Railway (RH&DR) mal ausprobieren möchte, was keine einfache langweilige Touristen Attraktion ist, sondern eine sehr gute Möglichkeit, New Romney schnell und effektiv zu entdecken. Sollte man auf jeden Fall mal erlebt haben.


Nun ist heute der letzte Tag für mich hier auf Arbeit und ich fahre am Freitag von hier mit gemischten Gefühlen fort. Ein weinendes Auge und ein lachendes Auge - ein weinendes Auge, weil ich wirklich hier alles vermissen werde. Mein Haus in Windsor Mews ließ mich für drei Monate das Gefühl haben, zu Hause zu sein und weil diese kleine Stadt und die Menschen, die in der Internship UK arbeiten und die ich zurück lassen muss, werde ich vermissen. Aber auch das lachende Auge, weil ich meine Familie auch vermisse und mich wirklich darauf freue wieder daheim zu sein.

Eins ist sicher, das ist nicht das letzte Mal, dass ich England/London/Kent/New Romney besuche. Ich habe hier sehr viele Freunde gewonnen und hoffe auch in Berlin zu sehen, aber auch wieder sie besuchen zu dürfen.