London mit Sohnemann entdecken!




Dieses Wochenende geht es wieder nach London. Ich habe am Sonnabend dafür vorgearbeitet, weil ich wusste , dass mein Sohn mich besuchen kommt. So konnte ich den Freitag mir frei nehmen und ihn in London treffen. Ich habe mir über meine Schule ein Bahnticket kaufen lassen, von Ashford nach London und zurück, die sehr günstig war zum Vergleich zu den Ticketpreisen hier.


Es war ein sehr sonniger Tag und richtig schönes Wetter. Also nahm ich den Bus nach Ashford und von dort den Zug nach London und stieg in der Station London Bridge aus. Die Fahrt mit dem Zug bis London Bridge dauerte etwa 1 Stunde.


Und da steht sie so riesig und historisch, wenn man bedenkt, dass diese Brücke bis ins Mittelalter, seit 1209, die einzige Überquerungsmöglichkeit der Themse war, bis zur Eröffnung der Westminster Bridge im Jahr 1750. Diese Brücke ist heutzutage eine Straßenbrücke, die die City of London auf der Nordseite mit dem Stadtteil Southwark auf der Südseite verbindet.


Ich war schon voller Erwartungen meinen Sohn dort zu treffen. Und da stand er auch schon mit einem Camcorder in der Hand. Das war einfach toll ihn wieder zu sehen. Ich glaube mein Sohn hat mich ganz schön unterschätzt, weil er so überrascht war, dass es so gut geklappt hat und das ich den Weg zu ihm gefunden habe.


Na ja, geplant war, dass wir uns gemeinsam ein Zweibettzimmer in London nehmen, um für eine Nacht dort zu bleiben, bevor wir uns nach New Romney auf den Weg machten. So fuhren wir mit dem Taxi direkt zum Hotel, um als erstes die Unterbringung zu sichern. Da es ja in London nicht so einfach ist, kurzfristig etwas freies zu finden, ist auch kein Wunder bei ca. 6,9 Millionen Einwohner.

Da bin ich auch meiner Kollegin Sara aus Spanien dankbar, dass sie uns dabei behilflich war. Leider hatte ich keine EC Karte mit, sonst hätten wir gleich von unserer Firma Traveltura buchen können. So war es auch beim ersten Hotel zu spät beim zweiten hat es dann Gott sei Dank geklappt. Leider ein sehr kleines Zweibettzimmer im Keller mit einem sehr kleinen schmalen Fenster und einem Waschbecken. Das Bad und WC mussten wir uns mit anderen teilen und das alles für einen stolzen Preis von 65 Pfund, ach ja plus 5 Pfund für einen kabellosen Internetanschluss.


Anschließend machten wir uns auf dem Weg wie geplant, die Londoner City zu entdecken. Da mein Sohn schon einmal mit ein paar Freunden in London war, wollte er auf keinen Fall die Sightseeingtour noch einmal mitmachen, also entschieden wir uns die Tube bis zum Charing Cross zu nehmen und liefen Richtung Downing Street entlang Whitehall, Parliament Street, Bridge Street und schließlich Westminster Bridge und ließen alles auf uns einwirken. Die gewaltige Architektur entlang der historischen Gebäuden. Schräg gegenüber der Downing Street konnte man das London Eye, auch (Millennium Wheel) genannt, auf der anderen Seite des Flusses sehen, so weit weg und doch so gewaltig und nah. Bei Nacht leuchtete das Riesenrad am schönsten und warf seinen Schatten auf die Themse.


Der berühmte Big Ben mitten im Parlamentsgebäude und wir daneben. Ich musste dabei an meinen verstorbenen Vater denken. Solange ich denken kann, hat mein Vater die BBC-Nachrichten auf arabisch im Radio gehört, um Punkt 5 Uhr in der früh „Ding Dong“ bevor er irgendjemand Guten Morgen sagen konnte. Er saß mit meiner Mutter auf der Couch im Wohnzimmer mit einer kleinen Tasse arabischen Kaffee in der Hand und wehe einer hält ihn davon ab. Und ich stand davor und hatte Tränen in den Augen. So etwas muss man erst einmal erlebt haben. Ich freue mich schon darauf mein Erlebtes hier in England meiner Familie in Deutschland und in Syrien zu erzählen.


Es war schon nachmittags und wir waren mittlerweile müde und hungrig, da haben wir uns entschieden zum Chinatown der Araber zu fahren zum Edgware Road. Also fuhren wir mit der Tube vom Westminster bis zu der Station Baker Street. Oh mein Gott, da war die Tube aber voll und stickig und das aller Beste, es war nicht möglich die Fenster zu öffnen, da lernt man wirklich die Berliner U-Bahn zu schätzen. Es war so eng, dass Eltern mit kleinen Kinder aussteigen mussten, weil die Kinder angefangen haben zu weinen. Schrecklich, na ja von Baker Street bis zum Edgware Road war es halt ein 10 minütiger Weg und wir waren mitten in Istanbul oder sonst wo, bloß nicht London dachte wir uns. Wir suchten uns ein libanesisches Restaurant aus und fingen an für ein paar Stunden zu schlemmen. Anschließend nahmen wir in einem kurdischen Straßencafé einen Tee und mein Sohn bestellte sich dazu eine Wasserpfeife. Da saßen wir auf dem Bürgersteig mitten im arabischen Flair und beobachteten die Passanten und den Verkehr und das Ganze für mehr als eine Stunde, herrlich.


Abends kamen wir im Hotel an, vollgefressen und vollbeladen mit arabischen Süßigkeiten, die wir noch da kaufen konnten. Am nächsten Tag sind wir früh aufgestanden, um rechtzeitig, bevor wir ausschecken mussten, die Chance zu haben, ins Bad zu kommen. Und so machten uns auf dem Weg nach New Romney, denn schließlich will mein Sohn ja wissen, wo seine Mama bei der Intership UK wohnt und arbeitet.