
Die Stadt New Romney ist eine kleine verschlafene Stadt an der Südküste Englands ungefähr 1 ½ Stunden entfernt mit dem Zug von London. Das Erste, was mir aufgefallen war als ich auf dem Weg nach Ashford in Folkstone umsteigen musste, waren die Seemöwen, die extrem laut waren, wobei ich auch zugeben muss, dass ich deren Krach nach ein paar Tagen nicht mehr realisierte.
An einem Sonntag hier anzukommen, war für mich nicht unbedingt schön, da die Busse abends nur nach New Romney Center fuhren und nicht mehr nach New Romney/Littlestone Street. Deshalb würde ich nicht empfehlen am Wochenende hier anzukommen. Am Sonnabend fährt immerhin der letzte Bus um 17:20 Uhr von Ashford Richtung New Romney. Außerdem würde ich auch raten von Ashford aus den Bus zunehmen und nicht von Folkstone, von da aus benötigt man zwei Busse und es ist auch ein wenig umständlich.
Ich habe mich auch schnell in der Wohngemeinschaft eingelebt. Mein Zimmer ist riesig und schön hell mit zwei Fenstern und mit zwei Betten ausgestattet. Das war ja auch schön als mein Sohn mich hier übers Wochenende besuchte. Ja diese Möglichkeit besteht auch, dass man Besuch bekommen darf für ein sehr günstigen Preis mit Verpflegung. Eine wunderbare Sache. Das hat mein Sohn für zwei Tage nutzen können. Das beste an dieser Wohngemeinschaft war, dass sie eine reine Mädchen WG ist. Da ging mein Herz auf, da ich natürlich streng erzogen wurde und die Männer nicht unbedingt im gleichen Haus sein sollten. Ja übrigens, das Haus ist ein Traum, ich fühlte mich gleich wie zu Hause, da es dort alles gibt, was man so braucht. Das Wohnzimmer mit einem riesigen Flachbildfernseher. Außerdem haben wir eine Waschmaschine und einen Trockner, ich sage euch Luxus pur. Einen Staubsauger und ein Bügeleisen haben wir auch mit einem Bügeltisch und in der Küche gibt es auch alles von Wasserkocher, einen Toaster, einen Herd, einen Backofen und eine Mikrowelle und ein Telefon- und Internetanschluss, wo bei wichtig zu erwähnen ist, dass das Telefon nur für ankommende Anrufe ist. Das einzigste was ich hier vermisst habe und auf Arbeit, ist eine richtig nette deutsche Kaffeemaschine. Nicht zu vergessen das Haus hat ein Gäste-WC, ein geräumiges Bad mit Badewanne, einen schönen gemütlichen Garten mit Gartenmöbel und eine Garage.
Da ist sogar unsere Putzfrau Joanne, die einmal in der Woche vorbeikommt und nach dem rechten schaut. Ich meine für andere mag das alles selbstverständlich sein aber nicht für mich. Ich habe gelernt nichts als selbstverständlich hinzunehmen. Für jedes Haus gibt es so, wie auf Arbeit eine Liste der Aufgabenverteilung im Haus und einen Verantwortlichen, der nach dem rechten schaut. Das finde ich sehr toll.
Meine Mitbewohnerinnen sind sehr nett und hilfsbereit. Fatima kommt auch aus Deutschland/
Heidelberg ihre Eltern kommen aus dem Libanon. Winni kommt auch zufälliger Weise aus Deutschland/Heidelberg ihre Eltern sind aus Vietnam. Lustig, das sie sich von der Uni schon kannten aber nie miteinander gesprochen haben. Da sind noch Samira aus Frankreich aber marokkanischer Abstammung, kann aber leider kein arabisch und Julia ist auch zufällig aus Deutschland/Heidelberg. Obwohl die drei Fatima, Winni und Julia schon eine Weile vor meiner Ankunft eine Clique waren, haben sie mich mit offenen Armen in die Gruppe mit eingebunden als hätte ich immer dazu gehört. Die beiden Samira und Julia haben woanders gewohnt aber uns sehr oft besucht. Wir waren wie eine kleine Familie. Ach wie gerne und oft werde ich an diese Abende zurückdenken, die ich mit meinen Mädels auf der Couch verbracht habe. Eine von den beiden hat uns etwas Leckeres in unserer schönen Küche gekocht gehabt und dann saßen wir abends und haben uns einen schönen englischen Film vor dem Fernseher oder aus dem Internet angeschaut und das Allerbeste war, dass es immer mit englischen Untertitel war.
Leider waren die Mädels schon vor mir da und ich hatte noch drei Wochen mit ihnen zu verbringen. Aber eins ist sicher, wir sind jetzt Freunde für das Leben. Sie haben auch alle Versprochen mich in Berlin zu besuchen und darauf freue ich mich schon.
Im Büro bin ich im Marketing Departement mit den Mädels zusammen und mit anderen Jungs aus Frankreich. Am Anfang musste ich sehr viel über die Firma lesen und über ihre Sicherheitsvorschriften, Bestimmungen, Regeln und Verhalten bei Gefahren- und Feuersituationen.
Da die Firma unter anderem auch eine Hotelbuchungsfirma ist, mussten wir in den ersten Wochen Information und Recherchen über Hotels in Europa sammeln und die ins englische übersetzen und anschließen mit der Seite der Firma verbinden.
Das schöne hier ist, dass man selber entscheiden kann, in welcher Schicht man arbeiten möchte. Es gibt die Morgenschicht von 8 – 17 Uhr, die Gleitzeitschicht von 9 – 18 Uhr oder die Abendschicht von 13 – 22 Uhr. Mann kann auch selber entscheiden, ob man am Wochenende arbeiten möchte oder nicht und wann man die Kochschicht oder die Saubermachschicht übernehmen möchte.
An den Wochenenden habe ich meistens frei, es sei denn ich hatte freie Tage mir gegönnt und muss am Wochenende stattdessen nacharbeiten. Meistens nutze ich das Wochenende um ein Ausflug nach London zu machen oder die Zeit zu nutzen New Romney zu erkunden und entlang des schönen Strandes spazieren zu gehen. Ja das Meer und die Gezeiten haben mich immer dort hingezogen. Der Strand hier ist steinig und schön bei dem Strand wandern fand ich viele schönen Steine und Muscheln. Die Frage ist, wie kann ich alle Steine nach Berlin mitnehmen?
Nach drei Wochen habe ich mich entschieden meine Schule zu fragen, ob ich meinen Aufenthalt hier verlängern darf. Ursprünglich war es so geplant, dass ich nur vier Wochen in England bleibe und anschließend dann acht Wochen in Berlin eine andere Praktikumsstelle antrete. Aber ich dachte mir fragen kostet nichts. Und so war es auch, dass ich endlich die Genehmigung bekam hier mein Praktikum um weitere 8 Wochen zu verlängern und darüber bin ich jetzt sehr froh.
