Nachdem ich mich nun seit 3 ½ Monaten in England befinde, wird es doch langsam mal Zeit für ein kurzes Résumé.

Rückblickend kann man durchaus sagen, dass die Erfahrung eines Praktikums in England sinnvoll ist. Der Kontakt mit sehr vielen Kulturen ist einer der Punkte, die in diesem Zusammenhang hervorzuheben sind.

Während meines Praktikums in England lernte ich viele Unterschiede zwischen unserer Kultur und der italienschen, englischen oder auch griechischen Kultur kennen. Da ich persönlich keinen Kaffee trinke, fand ich zum Beispiel die Zelebration der Zubereitung des Kaffees der Italiener anfangs ein wenig amüsant. Dennoch lässt sich feststellen, dass Italiener, zumindest die, die ich hier kennenlernen durfte, ein sehr intensives Verhältnis zur Esskultur haben. Und das ist auch gut so.

london internshipWenn die italienische Fraktion Essen zubereitet, kann man sich sicher sein, dass es qualitativ hochwertig sein wird und mit einer extremem Sorgfalt vorbereitet wurde. Also in etwa so ähnlich wie Deutsche arbeiten.

Kleiner Scherz


Die Art des Umganges mit anderen Menschen ist auch sehr unterschiedlich. Die Franzosen und Italiener pflegen stets einen sehr engen Kontakt, welcher von einigen Kulturen manchmal ein wenig Missverstanden wird. Die deutsche Art wird meist als relativ kühl empfunden. Aber nunja, Vorurteile sind ja dafür da, um abgebaut zu werden, schließlich sitz ich ja auch nicht in Lederhose hier und jodele morgens zum Arbeitsbeginn. :)


Der größte Unterschied oder sagen wir eher die Herausforderung eines deutschen Studenten wird die Kommunikation sein. Diese ist im Vergleich zu unserem Kommunikationsstil schon sehr unterschiedlich, vor allem im Büro. Höflichkeit ist das oberste Gebot.


Als ich in der Uni das erste mal Geschäftsbriefe eines englischen Unternehmens sah, musste ich doch ein wenig schmunzeln. Phrasen wie: “ Wir wären mehr als erfreut, Ihre zukünftigen Fragen umgehend zu beantworten” würden in deutschen Geschäftsbriefen schon ein wenig ungewöhnlich klingen, gar sarkastisch.

In England ist dies ein klein wenig anders. Hier ist nicht immer alles bierernst gemeint, was in einem Geschäftsbrief oder auch einer Werbeanzeige steht. Man kann sogar fast sagen, dass vieles mit einem Augenzwinkern gemeint ist. Im öffentlichen Bus ist zum Beispiel ein Hinweis vorzufinden, dass Schuhe auf den Sitzen nichts zu suchen haben, es sei denn, man wäre ein Glückpilz und die Schuhe seien neu und noch im Schuhkarton verpackt :)


Falls man unsere Ausdrucksweise 1:1 in die englische Sprache übersetzt, wird sich das Problem ergeben, dass alles mehr oder weniger wie ein Befehl klingt. Die direkte Ausdrucksweise ist in England nicht sehr verbreitet, man muss ein Feingefühl entwickeln, wie man eine Anfrage adequat ausdrückt und dabei den Höflichkeitskodex beachtet.


Um all dies herauszufinden und für die internationale Arbeitswelt gewappnet zu sein, sollte man sich ein Praktikum in England nicht entgehen lassen.