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Thursday, February 18

Parties und Hangover...
by
Jannike
on Thu 18 Feb 2010 12:06 GMT
Halbzeit! 1 ½
Monate sind mittlerweile vergangen und es ist so viel passiert, dass
es sich anfühlt wie ein ganzes Jahr.
Andererseits hätte es auch nur
ein einziger Tag sein können, da die Zeit hier in New Romney
irgendwie schneller vergeht.
Nach den 6 Wochen
Praktikum merke ich zum ersten mal bewusst, dass mein Englisch besser
geworden ist. Ich erinnere mich sehr viel schneller an englische
Wörter und die „peinliche Stille“, wenn einem ein Wort fehlt,
tritt immer seltener auf.
Leider träume ich
immer noch auf Deutsch. Jeden Morgen muss ich mich erstmal ins
Englische zurückfinden, was insbesondere dann schwer ist, wenn die
Nacht zuvor eine Party war...
Hier in New Romney
finden übrigens ständig Parties statt. Mit Foreshore, dem Haus am
Meer, existiert eine ideale Partylocation. Jedes Wochende finden
dort in dem großen Wohnzimmer feucht-fröhliche Feiern statt, die so
gut wie nie vor Morgengrauen enden. Sonntags ist dann der
wohlbekannte „Hangover-Tag“. Vor 1 Uhr mittags trifft man absolut
Niemanden in Foreshore. Ab halb 2 kann man dann die ersten
verkaterten Leute im Pyjama ( manchmal wird der Pyama auch einfach
den ganzen Tag anbehalten!:-)) antreffen, mit denen man sich dann was
Leckeres zu Essen zubereitet. Ab 3 Uhr werden dann die ersten Filme
geguckt und das Internetnetz leidet zunehmend, weil einfach jeder
online ist. Diese Sonntage sind besonders schön -solange die
Kopfschmerzen nicht zu stark sind- da man seine Mitbewohner noch
besser kennen lernt.
Ein Praktikum in New
Romney ist also nicht nur gut um sein Englisch zu verbessern. Man
lernt so viel über das Zusammenleben mit anderen Menschen und
gleichzeitig natürlich auch über sich selbst.
Man merkt
beispielsweise, dass andere Mädels ähnliche Probleme haben und es
ihnen schwer fällt aus Diätgründen auf den guten Kuchen zu
verzichten, der hier regelmäßig gebacken wird - dank des
sensationellen Eventmanagementteams.
In einem Eventkalender
werden alle Events festgehalten, die in den nächsten Wochen und
Monaten stattfinden, unter anderem Ausflüge, Parties, spezielle
Kuchenevents, Begrüssungsveranstaltungen für Neuankömmlinge und
vieles vieles mehr. Das Eventteam hat in der Zeit, in der ich jetzt
hier bin, großartige Arbeit geleistet. Die Parties waren alle
einzigartig und ich bin immer wieder überrascht, was sie sich aus
dem Ärmel zaubern. Letztes Wochenende war Valentine‘s Party. Das
Wohnzimmer in Foreshore war unglaublich schön dekoriert, mit roten
Tüchern an der Decke , einem Schokobrunnen mit Früchten und das
absolute Highlight war ein Herz aus brennendem Holz auf der Terasse
vor dem Wohnzimmer. Zu Trinken wurde „Sex on the Beach“ angeboten
und alles in allem kostete die Party nur £5 für jeden, die Getränke
inklusive. Perfektes Preisleistungsverhältnis würde ich sagen!
Ein anderer Höhepunkt
der Party war, dass jeder mit seinem Partner einen Tanz einstudieren
musste, den das Pärchen dann vor allen aufführen musste. Es war
unglaublich lustig und auch toll, da ein paar richtige Könner
darunter waren. Anschließend wurde das beste Pärchen ausgewählt.
Wenn ich mir den
Eventkalender so anschaue, dann bin ich sicher, dass ich die
kommenden 1 ½ Monate genauso genießen werde wie die vorhergehenden.
Jedoch weiß ich leider auch, dass sie wohl auch ebenso schnell
vergehen werden wie meine erste Zeit hier bei meinem Praktikum in New
Romney...
Monday, February 8

Alle Bedenken unbegründet!
by
Jannike
on Mon 08 Feb 2010 10:05 GMT
Meine Eltern wurden mit
jedem Tag, den das Praktikum näher rückte,unruhiger.Ist die
Firma auch wirklich seriös, was wird meine Tochter da den ganzen Tag
machen? Wird Sie sich auch wohl fühlen?
Ich bin sozusagen das
Küken der Familie. Meine große Schwester ist vor 7 Jahren
ausgezogen und ich habe gerade erst mein Abi hinter mir, was
bedeutet, ich wohne als einziges überbliebene “Kind” noch
Zuhause.
Hinzu kommt, dass meine
Schwester nie länger alleine im Ausland war. Ihr könnt euch also
sicher vorstellen, was bei mir Zuhause los war.
Mein Vater hat dann
schließlich angefangen im Internet zu recherchieren. Die
Blogartikel, die er zum Thema Internship UK gefunden hat,
haben ihn dann zwar letztenendes beruhigt, aber denoch konnte er sich
nichts anderes vorstellen, als das ich in einer Art Callcenter
arbeiten werde. Seine Horrorvorstellung war, dass Gift-tours und
Studios92 wahrscheinlich nur Praktikumsplätze vorgibt, aber
eigentlich billige Arbeitskräfte sucht, um ihre Produkte per Telefon
anderen Leuten aufzuschwätzen.
Ich wurde natürlich
auch zunehmend unsicherer, meine größte Angst war es, der einzige
Praktikant der Firma zu sein und keinen Anschluss zu finden. Aber ein
Zurück gab es nicht mehr, denn das Geld war überwiesen.
Glücklicherweise
sollte sich aber bald herausstellen,dass alle Bedenken vollkommen
unbegründet waren!
Aber wenn ihr meinen
ersten Blogartikel gelesen habt, dann wisst ihr jetzt, was zusätzlich
noch in meinem Kopf herumspukte, als ich dann auch noch den Weg nicht
gefunden habe. “Totally lost” ist einfach der beste Ausdruck
dafür.
Was mich dann hier, bei
meinem Praktikum in New Romney erwarten sollte, war das
komplette Gegenteil. Als ich das erste mal die Küche betrat –
Überraschung...da saßen doch tatsächlich 2 sympatische Jungs so
ungefähr in meinem Alter. Dann kam auch noch ein nettes Mädchen in
die Küche, die mir gleich erstmal zeigte, wo ich die ganzen
Fressalien finde. Mein Vertrauen war damit gewonnen: Nette Leute,
Essen...ääh, was will man im ersten Moment mehr?
Anschließend wurde ich
zu dem Haus chauffiert, in dem ich den nächsten Monat leben würde.
Geradeaus die Straße entlang, dann links auf die Coast Road und ich
konnte es kaum glauben: das Haus liegt direkt am Meer... .
Mein Zimmer sollte ich
mir mit einer Italienerin teilen. Sie stellte sich als super lieb und
hilfsbereit heraus. Volltreffer!
Da blieb dann nur noch
die Sache mit der Arbeit....Callcenterarbeit oder nicht? Den ersten
Tag in meinem Praktikum bekamen wir sehr viel Informationsmaterial zu den
Sicherheitsvorschriften im Office,zum Umgang mit den Anderen und
schließlich auch Infos zu dem Department für das man sich beworben
hatte.
Ich hatte mich für
Translation beworben. Nach einem kleinen Test am Abend bin ich dann
erstmal hundemüde ins Bett gefallen. Einschlafen war jedoch ganz
schön schwierig mit den ganzen englischen Wörtern, den neuen
Eindrücken und der Vorfreude auf die nächsten Tage im Kopf...
Monday, February 1

Ankunft in England mit Hindernissen
by
Jannike
on Mon 01 Feb 2010 09:22 GMT
Wenn ich auf das Datum
unten rechts auf meinen PC schaue, kann ich es kaum glauben, am
Sonntag bin ich schon einen Monat hier in New Romney und hab 1/3 meines Praktikums hinter mir. Die Zeit ist einfach nur so
dahin geflogen. Ich weiß noch ganz genau, wie ich hier am 3.Januar
2010 angekommen bin, mit einem riesengroßen Backpacker-Rucksack und
einem noch größeren Koffer... 
Meine Ankunft, hier in England, war leider nicht so einfach, wie ich es mir
vorgestellt hatte. Ich bin einen Tag vorher in Heathrow gelandet und
wollte die erste Nacht bei Freunden verbringen. Es lief auch alles
wie am Schnürchen bis ich bei der letzten U-Bahn Station angekommen
bin, von der aus ich zu Fuß zu der Familie kommen wollte.
Tja, blöderweise wurde
mir gerade erst in diesem Moment klar, dass ich vergessen
hatte, den Weg zu googeln. Also stand ich bei gefühlten -20 Grad
mit meinem ganzen Gepäck an der U-Bahn Station und dachte mir: Okay,
ist der Weg zu meiner Linken oder die Straße gegenüber schöner...?
Ich muss schon sagen, dass war ein sehr interessantes Gefühl, so
ganz alleine, ohne jeden Plan dazustehen. Ein Gutes hatte es auf
jeden Fall, dadurch lernte ich schon am ersten Tag die
Hilfsbereitschaft der Engländer kennen!
Ich ging einfach der
Nase nach und hoffte einfach zufällig auf die Straße zu stoßen. Um gleich schon direkt
bei der Familie anzurufen, was das Sinnvollste gewesen wäre, dazu
war ich zu stolz.
Nach ca. 1km
bezweifelte ich den Erfolg dieser Strategie und ging in ein Geschäft,
um nach dem Weg zu fragen. Der Besitzer war so freundlich und
googelte mir den Weg, nur leider konnte er die Karte nicht
ausdrucken, also erklärte er mir, dass ich doch den Bus nehmen soll
und dann von da aus......was danach kam hab ich ehrlich gesagt nicht
mehr verstanden, dass ging in dem britischen Akzent und in meiner
Müdigkeit unter... .
Aber auf zum nächsten
Ziel der Schnitzeljagd! Ich stieg also in den nächsten Bus, der an
der Bushaltestelle ankam, einfach nur noch aus Verzweiflung und
wiederum mit der naiven Hoffnung den richtigen Weg einzuschlagen.
Glücklicherweise hat mich der nette Engländer, aus dem Geschäft,
gesehen und zog mich regelrecht aus dem Bus- zu meinem Glück, da er
in die entgegengesetzte Richtung gefahren wäre. Ich hätte diesen
Mann wirklich umarmen können – er setzte mich anschließend nicht
nur in den richtigen Bus, nein, er sagte sogar dem Busfahrer, dass er
mir Bescheid geben soll, wann ich raus muss!
Jetzt sollte ich
eigentlich schreiben: Und schließlich fand ich den Weg ohne
Probleme. Dies war aber leider nicht der Fall. Ich musste noch einen
Sportwagen mit 2 jungen Männern anhalten um schon wieder nach dem
Weg zu fragen (wenigstens hab ich gleich schon am ersten Tag so viel
Englisch wie möglich geredet! ). Sie hatten einen Laptop dabei, in dem ich mir den Weg selbst anschauen konnte... Juhuu, mein
Tagesziel rückte näher!
Letztenendes kam ich 2h
später an, total durchgeforen und hungrig mit ein bisschen Bammel
vor dem nächsten Tag, da ich absolut keine Ahnung hatte, was mich in meinem Praktikum in New Romney
erwarten würde...
Was lernen wir daraus?
Plane deine Reise im Voraus!
- Jannike aus Deutschland
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